Filmtagebuch: Defendor

Von  //  16. Februar 2011  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

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Dem mir bisher nie als Schauspieler aufgefallenen Regiedebütanten Peter Stebbins gelingt es in seiner energischen Superheldendekonstruktion nicht, dem trendigen Thema weitere Facetten abzuringen, die nicht zuvor in Filmen wie „Special“, „Kick-Ass“ oder auch „Watchmen“ ausreichend durchdekliniert wurden. Wer zu Maske und Cape greift, um gegen die Bösen ins Feld zu ziehen, der kann sie ja nicht mehr alle beisammen haben. Das wussten wir aber eben schon was länger. Woody Harrelson ist natürlich toll als geistig zurückgebliebener aber gutmütiger Protagonist, der mit Hilfe einer jungen Nutte gegen den imaginären Captain Industry antreten will. Wer das eigentlich sein soll, wird ziemlich früh enthüllt und diese unspektakuläre, um nicht zu sagen einfallslose Enthüllung entspricht dem seichten Gemüt eines Films, der leider nur abgestandene Diskurse führt und dem auch visuell nicht sonderlich viel dazu einfällt. Außer vielleicht dem Helden ein wirklich bescheuertes Kostüm zu verpassen um seiner Naivität und seinem festen Glauben an eine Trennlinie zwischen Gut und Böse ein sowohl glaubwürdig dilletantisch gefertigtes als auch ausreichend retro-mäßiges Gesicht zu verleihen.

Über den Autor

Aufgewachsen inmitten der pulsierenden Film-Metropole Merkstein/Rheinland mit ihren schillernden Kino-Palästen, umgeben von hochkarätigen Stars, Regisseuren und Filmkritikern blieb Marco Siedelmann nicht viel anderes übrig, als selbst Filmjournalist zu werden. Er schreibt u. a. für critic.de, deadline und negativ.

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