DVD: Autumn Blood

Von  //  16. Juli 2015  //  Tagged: , ,  //  Keine Kommentare

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Nachdem ihr Vater ungesühnt vom Bürgermeister erschossen wurde, leben die Geschwister Maria und Peter alleine mit ihrer Mutter auf einem Hof in den Tiroler Alpen. An einem schicksalshaften Tag stirbt sowohl die Mutter und Maria wird von einem Mann aus dem Dorf vergewaltigt. Die anderen jungen Männer aus dem Dorf sehen die 16-Jährige danach als „Freiwild“ an…

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Wie letztens schon bei In the Name of the Son stellt das Marketing diesem eindrucksvollem Film selbst ein Bein: Als Beitrag zur „Rape and Revenge“-Schublade angepriesen, gehört er in diese keineswegs hinein, sondern ist eher ein moderner Vertreter des düsteren Heimatfilms, von dem er die Diskrepanz aus hochästhetisierten Naturaufnahmen und grimmiger Melodramatik übernimmt. Es ist schon verflucht schade, daß die grandiosen Bilder dieses Films nur in Österreich auf die große Leinwand geworfen wurden und man hierzulande mit einem DVD-Release abgefüttert wird. Autumn Blood vertraut zurecht auf seine Bilder und liefert nur minimalen Dialog: Was gibt es auch groß zu sprechen, wenn man wie die Hauptfigur alleine mit einem verstummten Bruder auf einem Bauernhof in den Tiroler Alpen wohnt? Ein unbedingt sehenswerter Film, der auf ein Neues zeigt, daß die Österreicher den Deutschen im aktuellen Kino weit voraus sind, weil sie sich einfach mehr trauen – oder auch nicht von einer phlegmatischen Filmförderung abhängig sind, die immer wieder nur die selbe Suppe aufkochen möchte.

Zur DVD: Die Veröffentlichung von Donau Film bringt den Film in deutschen und englischen Ton – letzterer ist wohl eher das Original, da die Darsteller international gecastet wurden. (Interessant in dieser Hinsicht einige IMDB-Kommentare, die sich fragen, ob der Film in den USA spielen soll.) Außerdem gibt es ein Behind the Scenes-Feature und ein Interview mit dem Regisseur.

Österreich/USA 2013, Regie: Markus Blunder


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Über den Autor

Alex Klotz ist ein Zelluloid atmendes Wesen und betreibt den Blog hypnosemaschinen. Alex Klotz hat nie als Tellerwäscher, Aushilfsfahrer oder Kartenabreisser gearbeitet und gedenkt das auch in Zukunft nicht zu tun.

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