DVD: State of Emergency aka Attack of the Undead

Von  //  13. Mai 2014  //  Tagged: , , ,  //  Keine Kommentare

Attack of the Undead (c) Tiberius Film
Attack of the Undead (c) Tiberius Film

USA, und wieder mal: Apokalypse. Diesmal ist es eine Chemiefabrik irgendwo auf dem Land, die in die Luft geflogen ist. Und die Hubschrauber der Armee umkreiseln die Rauchsäule so, als ob gleich Godzilla höchstpersönlich erscheinen würde. Stattdessen ist es der freigesetzte Gascocktail, der den Einwohnern einer ruralen Kleinstadt zusetzt. Diese verwandeln sich – aber nicht alle – in Zombies und haben Lust auf Menschenfleisch. Einer der Überlebenen ist Jim, der sich in eine Scheune retten kann, später in eine größere Lagerhalle, wo er auf ein kleines Grüppchen Jugendlicher trifft. Ein hübsches Pärchen und eine hübsche Emo-Braut, die seine nächste Verlobte werden könnte. Seine Herzdame ist nämlich just von ihm gegangen, an einem Steckschuß in der Lende ist sie verendet wie ein Hirsch auf einer Lichtung.

Turner Clays B-Movie ATTACK OF THE UNDEAD ist ein nett gemachtes Digital-Filter-Experiment. Der Gore- und Horror-Content hält sich dabei in Grenzen, die Figuren, das „Ensemble“ bekommt recht viel Raum. In langen Diskussionen, Flashbacks usw. wird in die Welt der Charaktere eingeführt – was eine interessante Variante zu den actionorientierten Vertretern ähnlichen Kalibers ist. Schön wäre es dann gewesen, wenn die Figuren etwas interessanter gewesen wären und nicht nur solche Durchschnittslangweiler, wie man sie jeden Tag auf dem Marktplatz in Buxtehude trifft. Dazu immer wieder: schöne Kamerafahrten über die ländliche Idylle hinweg mit saftiger Farbkorrektur, sodass die Optik stimmt, wenn man sich schon an die gängigen Bearbeitunmgsoptionen der Instagram-Lebensaufhübschungmodule gewöhnt hat. In der zweiten Hälfte lässt dann das Interesse allerdings merklich nach, da verläuft das Drehbuch im Sande und so ein einziger Zombie hin und wieder, der bringt den Horrorfan nie wirklich ins Schwitzen.

Warum der Film ab 18 Jahren sein soll, ist mir allerdings nicht erklärlich. Ich vermute einen Marketingtrick: der ist gar nicht ab 18, aber sonst kauft den keiner. Auf die Fährte führt einen der Schindluder, der mit dem Filmtitel getrieben wurde: Ursprünglich hieß dieser STATE OF EMERGENCY, was an und für sich sehr gut passen würde – der deutsche Lizenznehmer hat ihn nun zweifach umbenannt: zuerst als offensichtliches Rip-Off in THE WALKING DEATH (!), später dann kurz vor Veröffentlichung in ATTACK OF THE UNDEAD. Und so fühlt sich der Film eben auch an: wie zwei mediokre Episoden aus der Fernsehserie THE WALKING DEAD, aneinandergeklebt. Das kann man, muss man aber nicht sehen. Es wurde sogar der Vorspann runderneuert – mit selbiger Schrifttype aus dem Abspann steht da fein, als ob nichts wäre: ATTACK OF THE UNDEAD. Beim Regisseursnamen hat der Praktikant allerdings geschlafen und das R im Vornamen vergessen. Dort heißt er nun, verkürzt, „Tuner Clay“. Ach, es ist schon eine kranke Welt. Auch ohne Giftgas.

Die DVD / Blu-ray ist am 8. 5. 2014 bei Tiberius Film erschienen und verfügt über keinerlei nennenswerte Extras.

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Über den Autor

Michael Schleeh schaut vor allem asiatische Filme. Seit ein paar Jahren betreibt er das Blog SCHNEELAND und schreibt Reviews für verschiedene Webseiten. Indisches Regionalkino ist sein aktuellstes Ding. ~~ Michaels Filmtagebuch: http://letterboxd.com/schneeland/ ~ Michaels Twitter: @mono_micha

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