McCabe & Mrs. Miller

Von  //  14. März 2013  //  Tagged: ,  //  Keine Kommentare

McCabe & Mrs. Miller

Der Spieler John McCabe (Warren Beatty) ist in der Kleinstadt Presbyterian Church der Hecht im Forellenteich. Die Minenarbeiter des Ortes sind leichte Beute bei seinen Tricksereien am Kartentisch und nebenbei schwer beeindruck von seiner Reputation als angeblicher Revolverheld. McCabe ist auch der Zuhälterei nicht abgeneigt und verlegt bald seine Aktivitäten auch auf dieses Gebiet, indem er sich drei Frauen in einem Nachbarort kauft und sie nach Presbyterian Church schafft. Dort gehen sie ihrem Gewerbe vorrübergehend in schäbigen Zelten nach. Die Sitten sind rauh im Nordwesten, zu Beginn des anbrechenden zwanzigsten Jahrhunderts. McCabes schöner Plan gerät ins Wanken, als die Puffmutter Constance Miller (Julie Christie) auftaucht und ihm ein geschäftliches Arrangement vorschlägt. McCabe kann sich der resoluten Engländerin nicht erwehren und geht schließlich – nicht ohne persönliches Interesse an Constance – auf ihr Angebot ein, gemeinsam ein Bordell im Ort zu eröffnen. Als die illustre Entourage von Mrs. Miller eintrifft, beginnen die Geschäfte tasächlich blendend zu laufen. Doch der Haifisch im Spiel, die Harrison Shaughnessy Mining Company, bekommt Wind von der Sache und schickt zwei Unterhändler, die McCabe aus dem Geschäft herauskaufen sollen. McCabe, der glaubt hoch Pokern zu können lehnt, gegen Constances Rat, alle Angebote ab und besiegelt damit sein Schicksal. Denn nachdem die Unterhändler abgereist sind, reiten drei Auftragskiller in den Ort ein, die das Problem für die Mining Company auf andere Art lösen sollen.

McCabe & Mrs. Miller

Abends schälen sich dreckige, missmutige Gesichter aus den Schatten in einer Kaschemme. Nur hier und da widersetzt sich eine verrußte Öllampe mit ihrem petroleumschwangeren Schein der Dunkelheit. Schwer zu verstehendes Gemurmel. Das Gefühl von niemals ganz trockenen Kleidungsstücken und Gicht in den Fingern. Am Tag bricht Sonnenlicht sehr vereinzelt durch Bodennebel, der ihm jede Kraft raubt. An schmutzigen Scheiben schlagen sich schon wieder die ersten Flocken des nächsten Schnneegestöbers nieder. Die Kälte des verschneiten Nordwestens zieht einem beim Zuschauen in die Knochen. Die Menschen, die hier leben, sind Gestrandete oder Glücksritter. Oder Leute wie McCabe, die die wenigen Fettblasen von der ranzigen Suppe abschöpfen und sich dabei sehr schlau vorkommen. Am Ende werden alle tot oder verloren und verlassen sein. McCabe & Mrs. Miller ist ein Film wie ein Mickey Newbury Song. Am Anfang regnet es, zwischendurch regnet es und am Ende regnet es so richtig.

USA, 1971. Regie: Robert Altman


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Über den Autor

Eckhard Heck besitzt eine der umfangreichsten Baustellen-Sammlungen Nordrhein-Westfalens. Unter anderem ist er Autor, Musiker, Maler, Fotograf und Glaubensberater.

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