Shangos letzter Kampf

Von  //  3. Februar 2011  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

shango

SHANGOS LETZTER KAMPF ist eine weitere hoch interessante Veröffentlichung in der verdienstvollen Italowestern-Reihe von Koch Media, die hier einmal mehr eine vergessene Perle in bestechender Qualität auffährt. Stapft das Drehbuch zunächst dumpf-monoton voran, erzeugt Regisseur Mulargia mit einfachsten Mitteln eine bedrückende Atmosphäre, die selbst den ein oder anderen Genrefan aufgrund ihrer intensiven Hoffnungslosigkeit überraschen mag. Titelheld Shango (dessen Name übrigens keine Stilblüte eines deutschen Verleihers ist) will das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs verkünden, den er selbst als Veteran überlebt hat und dessen Ausgang noch nicht in die hintersten Ecken des Westens vorgedrungen ist. Gezielt werden die wenigen vorhandenen Medien unterdrückt um die Menschen im Glauben zu lassen, die Nation befinde sich noch im Krieg. Ein schmieriger Major will die Zerrüttung für sich nutzen, um sich einen Goldschatz unter den Nagel zu reißen. In der Hauptrolle besetzt mit einem glänzend aufgelegten Anthony Steffen, entfaltet der triste Western sein verstörendes Potential erst im Showdown, der nun wirklich gar keine Gefangenen mehr macht. In seiner räumlichen Beschränktheit erinnert diese vergessene Perle beinahe an die psychologisch ausgefeilten Frühwerke von Samuel Fuller.

Über den Autor

Aufgewachsen inmitten der pulsierenden Film-Metropole Merkstein/Rheinland mit ihren schillernden Kino-Palästen, umgeben von hochkarätigen Stars, Regisseuren und Filmkritikern blieb Marco Siedelmann nicht viel anderes übrig, als selbst Filmjournalist zu werden. Er schreibt u. a. für critic.de, deadline und negativ.

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