Schneller als 1000 Colts

Von  //  3. Februar 2011  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

schneller

Den auf einem Esel reitenden Ingenieur Ray (George Martin) verschlägt es in den Kleinstadtmoloch Desert Springs – ein Örtchen, das von skrupellosen Wirtschaftsmonopolisten diktiert wird, die in enger Verbindung zum Sheriff stehen unddiesen regelmäßig fürs Wegschauen bezahlen während die lokalen Einzelhändler unbarmherzig sabotiert werden. Gemeinsam mit der schlagfertigen Tochter eines Händlers geht Ray gegen das offen ausgelebte Unrecht vor. Grob skizziert klingt das nach einem relativ gewöhnlichen Italowestern, doch kann dieser sehr frühe Genrevertreter fürwahr als humoristisches Komplementärstück zu Sergio Corbuccis Kultfilm „Django“ verstanden werden. Viele originelle Inszenierungsdetails, ein staubtrockener und noch nicht allzu derber Humor und nicht zuletzt der eingängige Score ergeben einen ansehnlichen Film, dessen antikapitalistische politische Attitüde noch nicht ganz dem zynischen Nihilismus entspricht, mit dem die Spaghetti-Western bis heute in Verbindung gebracht werden. Einige technische Unzulänglichkeiten kategorisieren THOMPSON 1880 zwar klar als B-Movie aus der dritten Reihe, dank seinem wirklich bemerkenswerten Hang zum Pazifismus (selbst in der dargestellten Gewalt) verdient er sich dort aber immerhin eine kleine Sonderstellung.

Über den Autor

Aufgewachsen inmitten der pulsierenden Film-Metropole Merkstein/Rheinland mit ihren schillernden Kino-Palästen, umgeben von hochkarätigen Stars, Regisseuren und Filmkritikern blieb Marco Siedelmann nicht viel anderes übrig, als selbst Filmjournalist zu werden. Er schreibt u. a. für critic.de, deadline und negativ.

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